Technik

In unserer Getreidemühle wurden Roggen und Weizen, vorwiegend aus regionalem Anbau, vermahlen. Dabei entstanden Weizenmehle von Type 405 (Weizenauszugsmehl), 550 und 812 (Weizenbrotmehl) sowie Roggenmehl Type 997. Kleine Mengen für den Hausgebrauch können heute noch in unserer Naturkost-Abteilung erworben werden.

 

Um die Technologie einer Mühle kurz zu erläutern,

verfolgt man am besten des Weg des Mahlguts.

 

Das Getreide gelangt nach dem Abkippen in der Annahme über Becherwerk und Schneckenförderer sowie eine erste Reinigungsmaschine, den Aspirateur (Siebsichter), welche grobe Verunreinigungen, wie Stroh, Erde, Steine..., entfernt, in die Silozellen zur Zwischenlagerung.

 

Vor der Vermahlung durchläuft das Getreide weitere Reinigungsmaschinen, wie einen weiteren Aspirateur, den Rundkornausleser (Trieur), welcher runde Körner z.B. Raps ausliest, den Magnetabscheider, zum Entfernen von Eisenteilen (Schrauben, Nägel ..) und abschließend die Schäl- und Bürstmaschine zum Entfernen äußerer Verunreinigungen an der Schale des Korns.

 

Anschließend wird das Getreide je nach Bedarf genetzt, um die Schale biegsam und elastisch werden zu lassen. Der Mehlkern läßt sich so besser von der Schale trennen. Nach einer Abstehphase schließt sich nun die Vermahlung an. Die Zerkleinerung des Korns erfolgt mittels Walzenstühlen, in denen zwei zylindrische Walzen, mit gegenläufigem Richtungssinn und unterschiedlicher Geschwindigkeit rotieren. Durch die Riffel auf den Walzen ensteht die Schneid- und Reibewirkung.

 

Die Vermahlung erfolgt in zwölf Arbeitsschritten (Passagen). Die ersten Schritte sind die Schrotungen, dann folgen Grieße und Mahlungen. Bei jeder Passage fällt Mahlgut mit einem Gemenge aus verschiedenen Korngrößen an. Dieses Mahlgut wird pneumatisch nach oben zu den beiden Plansichtern gefördert. Diese Maschine besteht aus aufeinandergesteckten Sieben mit unterschiedlicher Maschenweite.

 

Das Mahlgut wird so nach den einzelnen Korngrößen getrennt und gelangt über ein Fallrohrsystem auf die entsprechenden Walzenstühle. Bei jedem Mahlgang und nicht erst am Ende fällt das Mehl an, welches in eine Mischmaschine gelangt. Dort wird es, um eine einheitliche Qualität zu erzielen, gemischt. Als Nebenprodukt wird die Schale, Kleie in einer weiteren Mischmaschine gesammelt.

 

Anschließend erfolgt das Absacken bzw. die Loseverladung in den Silowagen. Die Kleie wird zur Tierfutterproduktion ins Mischfutterwerk gefahren.