Erfolgreiche Kaninchenhaltung

Junge Kaninchen aufziehen - was müssen Sie beachten

Die Jungen kommen völlig nackt, blind und taub auf die Welt. Sie werden von der Mutter einmal täglich gesäugt. Besonders wichtig ist die Kolostralmilch, die direkt nach der Geburt von der Mutter abgegeben wird, da sie sehr eiweißreich ist und viele wichtige Schutzstoffe enthält.

  • 4 Tage nach der Geburt erste Flaumhärchen zeigen sich
  • 7 Tage nach der Geburt haben sie mehr "Fell"
  • 9 Tage nach der Geburt öffnen sie die Augen
  • 14 Tage nach der Geburt krabbeln sie aus dem Nest und haben dichtes Fell
  • 21 Tage nach der Geburt dürfen sie Aufzuchtsfutter fressen
  • 28 Tage nach der Geburt sind sie sehr selbstständig und erkunden alles
  • 35 Tage nach der Geburt bekommen sie richtiges Futter
  • 42 Tage nach der Geburt kann man sie abgeben.


Handaufzucht der Jungen:
Bei der Aufzucht per Hand ist das Wichtigste ein warmes, weiches Nest und der Schutz vor Umwelteinflüssen. Um die Jungen zweimal täglich zu füttern, kann man eine größere Einwegspritze mit einem Ventilgummi als Sauger benutzen. Die geeignetste Nahrung für die jungen Häschen ist Katzenaufzuchtsmilch oder eine mit Vitaminen angereicherte Kondensmilch. Nach den Mahlzeiten müssen Sie den Jungen vorsichtig den Bauch in Richtung After massieren. Dies regt die Verdauung an und ersetzt das Lecken der Mutter.

Hat man die ersten 14 Tage erfolgreich überstanden, stehen die Chancen auf ein weiteres Leben für den Nachwuchs gut, da sie nun anfangen Raufutter (Heu) zu fressen und am Körnerfutter knabbern. Eine Wasserschale sollte man zum Trinken hinstellen, aber zusätzlich das Füttern mit Milch noch fortsetzen. Im Normalfall werden Kaninchen 6 bis 8 Wochen gesäugt, allerdings mit abnehmender Häufigkeit. Insgesamt sollten Sie die Jungen ein bis anderthalb Monate mit Milch füttern.

Kaninchen draußen überwintern

Wenn Ihr Kaninchen gesund, geimpft und alt genug ist, spricht nichts dagegen, wenn es den Winter über draußen bleibt. Jedoch muss der Käfig gut isoliert sein, der tägliche Auslauf muss für das Kaninchen möglich sein und der Käfig sollte am richtigen Standort stehen. Sollten Sie sich dazu entschieden haben, dass das Kaninchen draußen bleibt, sollte es auch draußen bleiben. Niemals zum Spielen oder Schmusen ins Haus holen - auch nicht für kurze Zeit, denn Kaninchen verkraften plötzliche Temperaturschwankungen nur sehr schwer.

Der Käfig sollte so aufgestellt sein, dass der Hoppler keine Zugluft abbekommt. Der Käfig sollte auch vor Regen oder Schnee geschützt sein. Optimal steht der Käfig auf dem Balkon oder an einem windgeschützten, überdachten Ort. Die richtige Isolierung für den Käfig ist wichtig, er sollte keinen direkten Bodenkontakt haben. Der Käfig muss aus mindestens 15 mm dickem Holz bestehen, zusätzlich sollte man alle Seiten noch mit Styropor dämmen. Als Untergrund 10 cm Kleintierstreu auslegen, darauf kommt noch mal eine dicke Schicht Stroh - so hat es ihr Kaninchen schön warm.

Das Trinkwasser muss täglich kontrolliert werden, es darf auf keinen Fall einfrieren, eventuell öfters am Tag auswechseln.

Eine energiereiche Kost ist im Winter wichtig, hier sollte viel Wurzelgemüse, Grünfutter, getreidefreie Pellets, Trockengemüse gereicht werden. Das Futter lieber mehrmals und in kleinen Mengen geben, damit es nicht einfrieren kann.

Kaninchen impfen

Kaninchen können gegen drei Krankheiten geimpft werden:

Myxomatose

Die Myxomatose wird nur in Einzelfällen direkt von Tier zu Tier übertragen, sondern in den meisten Fällen durch Mücken von Wild- zu Hauskaninchen. Daher sind auch Tiere in reiner Wohnungshaltung gefährdet. Die Krankheit beginnt mit Entzündungen der Augenlider, Rötung, Schwellung und Tränenfluss. Später kommt Eiterung dazu und die Lider schwellen bis zur Blindheit an. Es kommen weitere Schwellungen an Maul, Nase, Gliedmaßenenden und Geschlechtsorganen hinzu. Erst in der Endphase verweigern die Tiere Wasser und Nahrung, werden apathisch und sterben dann fast immer. Es können bis zu 100 % der Tiere eines Bestandes verenden, denn als Viruserkrankung ist die Myxomatose nicht ursächlich bekämpfbar. Kaninchen, die eine Myxomatoseinfektion überstanden haben, bleiben lebenslang durch die Folgen gekennzeichnet.

Die Impfung erfolgt als Grundimmunisierung ab einem Alter von etwa 4 Wochen und einer Auffrischung 4 Wochen später. Regelmäßige Nachimpfungen im Abstand von 6 Monaten sind erforderlich.

RHD (Hämorrhagische Krankheit)

Die RHD wird durch ein Virus verursacht, das sowohl über Tröpfcheninfektion als auch über Insekten übertragen wird. Als typisches Bild zeigen sich plötzliche Todesfälle ohne vorherige Krankheitsanzeichen: Abends beim Füttern waren noch alle Tiere fit, morgens liegen sie tot im Stall. Auch hier können bis zu 100 % der Tiere sterben und eine Behandlung ist nicht möglich.

Den einzigen Schutz bietet die Impfung: Grundimmunisierung ab der 7. Lebenswoche mit einer Auffrischung nach 3 - 4 Wochen und jährlichen Wiederholungsimpfungen.

Kaninchenschnupfen

Diese Erkrankung wird durch zwei Bakterien hervorgerufen, die einzeln oder gemeinsam auftreten können. Der Schnupfen beginnt mit kurzem, trockenem Husten, später kommt es zu fast ständigem Niesen mit erst klarem, dann eitrigem Nasenausfluss. Die Haare an der Nasenöffnung verkrusten, häufig kommt es zu eitrigen Bindehautentzündungen. Immer wieder sind auch Mittel- und Innenohr befallen (Kopfschiefhaltung).

Auch hier wird eine zweimalige Grundimmunisierung ab der 5. Lebenswoche mit einem Abstand von 2 Wochen durchgeführt. Halbjährliche Auffrischungen sind erforderlich. Tragende Häsinnen sind von der Impfung auszuschließen. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen empfiehlt sich vor allem für Zucht- und Mastbestände. Für Einzeltiere ist sie in der Regel nicht erforderlich.

Wann dürfen Kaninchen nicht geimpft werden?

Generell sollten akut kranke Tiere nicht geimpft werden, um einem bereits geschwächten Organismus nicht auch noch die Auseinandersetzung mit einem weiteren Krankheitserreger zuzumuten. In so einem Fall sollten erst die bestehenden Krankheiten behandelt werden und wenn das Kaninchen dann wieder fit ist, kann es auch die Impfung gut vertragen.

Etwas anders sieht die Sache aus bei chronischen Krankheiten wie Gelenkbeschwerden, Haut-, oder Hormonstörungen. Bei diesen Grundleiden kann in der Regel nach sorgfältiger Untersuchung normal geimpft werden. Bei zehrenden Krankheiten wie Tumoren sind Nutzen und Risiko von Impfungen sorgfältig abzuwägen und man sollte im Zweifel eher auf die Impfung verzichten. Eine weitere Frage sollte bei Häsinnen einer etwa bestehenden Trächtigkeit gelten, denn manche Impfstoffe können in bestimmten Trächtigkeitsstadien die Welpen schädigen.